Dimensionelle Prüfung der Blechkarosserie im Bereich des Modell-Neuanlaufs

Witte Fixbase - Würfel konfiguriert zur Aufnahme der Frontteile
Würfel bestückt mit verschiedenen Anlagen, Spannerkombinationen
Juli 2012 |

Wie in allen Industriezweigen werden auch in der Automobilindustrie ständig höhere Qualitätsanforderungen gestellt. Dass es dabei nicht ausschließlich um die technische Leistungsfähigkeit geht, sondern ebenso um visuelle Aspekte, wird besonders bei der dimensionellen Prüfung der Karosserieteile deutlich.

Ein Beispiel für einen gelungenen Qualitätsprozess, der auch wirtschaftliche Vorteile bietet, ist die Zusammenarbeit von Horst Witte Gerätebau und der Adam Opel AG in Rüsselsheim.

Die Firma Witte aus Bleckede bei Lüneburg entwickelte die innovative, ausgeklügelte Spannvorrichtung die es ermöglicht, jedes einzelne Bauteil und schließlich die Karosserie als Ganze exakt im dreidimensionalen Raum zu platzieren. Dies ist erforderlich, um die Passgenauigkeit der Bauteile zu prüfen, die am CAD-Bildschirm entstanden sind. Gemessen wird mit dem Lasertracker und argumentiert im Bereich von 1/10 mm für eine geringe Fehlertoleranz.

Bisher wurde von Opel für jedes neue Auto eine aufwendig gefräste, individuelle Spannvorrichtung gebaut, die entsorgt wurde, sobald ein Fahrzeug aus der Entwicklung in die Serienproduktion ging. Ein Verfahren das optimiert werden sollte.

Die Entscheidung fiel zugunsten des modularen Baukastensystems unter dem Namen „Alufix“ von der Firma Witte Gerätebau. Das System ist als Baukasten konzipiert und dadurch absolut endlos variabel und flexibel. Die Vorrichtung kann immer wieder neu verwendet und angepasst werden.

Dieses Konzept erlaubt es, die ganze Produktpalette aufzunehmen, vom größten bis zum kleinsten PKW- Modell, in Höhe und Breite variabel.

Die Konfiguration im Analyse-Center in Rüsselsheim besteht aus einer Grundplatte, auf der der Witte Meisterbock fixiert ist. Dieser besteht aus drei Blöcken, die je nach Opel Modell in ihrer Position zueinander variiert werden können („Witte Fix Base“). Adaptionen aus der Welt von „Alufix Classic“ halten die Spanner und Bolzen, die dafür sorgen, dass jedes Karosserieteil im Koordinatensystem von X,Y und Z nominal platziert werden kann. „Durch dieses modulare und exakt vermessbare Haltesystem von Witte haben wir in unserer Prüftechnologie einen Quantensprung gemacht“, kommentiert Matthias Becker, Manager in der Zentralen Qualitätssicherung. „Wir prüfen gezielter, in kürzerer Zeit und mit höherer Qualitätsausprägung“, erläutert der internationale Einkäufer von Kontrollmitteln bei Opel.

Weil durch die Entscheidung für die Witte Technologie der Nutzen signifikant erhöht und – aufgrund der Wiederverwendbarkeit des Systems die Investitionskosten über mehrere Perioden betrachtet, gesenkt werden konnten – wurde das Projekt von Opel für den internen GM Award nominiert.

Die Firma Witte Gerätebau und die Adam Opel AG sind zu Systempartnern geworden, die Optimierungen in einem Regelkreis gemeinsam zügig umsetzten.

„Erfahrungen aus unserer Anwenderpraxis fließen in die Produktentwicklung bei Witte ein“, hebt Dirk Kissinger, Projektleiter Scanning im Bereich der Zentralen Qualitätssicherung hervor, „ auch wenn es sich um Details wie die Zugänglichkeit von Spannern handelt.“

Diese Form der praxisnahen Produktentwicklung im Regelkreis ist nie abgeschlossen, weil die Messlatte für Qualitätsanforderungen bei der Adam Opel AG ständig noch ein wenig höher gelegt wird – dies sei man einem anspruchsvollen internationalen Käuferpublikum schuldig, so Matthias Becker, CQA Measuring Systems in Rüsselsheim. Sein Counterpart bei Witte, Gebietsverkaufsleiter Stephan Sauthoff, fügt hinzu: „Wer sich mit dem Erreichten zufrieden gibt, fällt zurück“.

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